Ich hab vom GREENPEACE Magazin berichtet. Möchte mit euch immer wieder Tipps teilen und aufzeigen wo sie in Wien umgesetzt werden können.

greenpeace magazin 1.06

„Kaufen Sie ein Kleidungsstück aus Biobaumwolle“, fordert die britische Modeschöpferin Katharine Hamnett. Recht hat sie. Und weitere werden wohl folgen, denn wer bei Ökomode an Batikhemden und Latzhosen denkt, liegt falsch: Es gibt längst schöne Kleidung, nicht nur für Babys. Tipp: Tauschen Sie zuerst aus, was Ihnen am nächsten ist: Unterwäsche und T-Shirts!

diese Geschäfte in Wien machens anders:

greenground

Die Fair-Fashion Boutique Green Ground wurde 2008 eröffnet, um junge Biomode nach Wien zu bringen.
In unserem Shop in charmanter Lage präsentieren wir ausschließlich Marken, die sich der umweltbewussten Produktion und dem fairen Handel ihrer Produkte verschrieben haben.

GREEN GROUND
Servitengasse 11
1090 WienT: 01/ 317 08 46
Öffnungszeiten:
Mo geschlossen
Di- Fr 12- 19 Uhr
Sa 11- 17 Uhr

PoPoLiNi Filiale Wien 6 

Es ist zwar ein Babyfachgeschäft aber sie haben auch super tolle Biobaumwollbinden für Frauen.

(hier bei Blumenkinder zum anschauen.Popolini hats leider nicht auf der Homepage)
Adresse:
Otto Bauer Gasse 17
1060 Wien

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr

GuterStoff der Bioshirt Laden

Im Laden…

…kannst Du in Ruhe ein passendes Shirt aussuchen oder auch ein mitgebrachtes Kleidungsstück bedrucken lassen. Natürlich kannst Du auch Deine eigenen Ideen verwirklichen oder direkt im Laden Unterstützung für die Erstellung Deiner Druckvorlage erhalten.

…findest Du eine hochwertige Auswahl an biologisch, fair und nachhaltig hergestellten Markentextilien und viele Farben, mit denen Du Deine Sachen bedrucken kannst.

Die üblichen Öffnungszeiten:

DI-FR 14-19, DO bis 20 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung
Telefon: 0699 1338 4357

Wo

Glockengasse 8A
1020 Wien

So kann der Staub auch aussehen: von KLAUS PICHLER

er macht es anders: Ich war bei der Eröffnung von der Fotoausstellung von Klaus Pichler in der Anzenberger Gallery.

Schau dir seine Bilder selbst in der Anzenberger Gallery an. Auch so kann Staub aussehen.

mach es anders: Ich finde es schön mich darin zu üben Dinge anders zu sehen. Beleuchten wir etwas näher, so wie es Klaus gemacht hat können wir die Details erkennen. Egal wo und wie wir es in unserem Leben machen, wenn wir uns Zeit nehmen und näher hinschauen, dann können wir die Details erkennen.

So ist es auch für mich bei Ereignissen in meinem Leben, die ich nicht erleben wollte. Nehme ich mir Zeit und befasse mich mit dem unangenehmen Ereignis, dann kann ich darin die Details erkennen und es führt mich auf neue Wege und das scheinbar Unansehnliche wird ansehnlich.

Teil 3:

Im ersten Artikel „Nichts als Müll“ von Marianne Gronemeyer geht es um unsere „Müllgesellschaft“. Ein Auszug:

„Man kann von nahezu allen Industrieprodukten, die fabriziert werden unter der Vorgabe, das Wachstum sein müsse, sagen, dass ihr eigentlicher Daseinszweck darin besteht, Müll zu sein. Sie werden hergestellt, so fordert es die Wachstumslogik, nicht um ihrer Brauchbarkeit und Tauglichkeit willen, sondern um ihrer möglichst schnellen Unbrauchbarkeit und Untauglichkeit.“ (Seite 7/8)

mach es anders: kaufe Produkte die dafür hergestellt worden sind, dass sie lange Leben und auch repariert werden können. Das bietet dir die GEA Läden, diese verkaufen u.a. Schuhe die lange leben und auch repariert werden wo es nur geht.

Wie weit dieser Müll mit uns selbst zusammenhängt schreibt weiters Reinhard P. Gruber: “ Ich spreche immer weniger vom Müll, der sich außerhalb eurer selbst auftürmt. Ich spreche immer mehr vom Müll, der euer Innenleben ausmacht. Die Müllhalden, die chaotischen, unüberschaubaren, unbremsbaren Müllhalden sind in euch. Der Müll außer euch, der Außenmüll, stammt von dem Müll den ihr ohne Unterlaß zu euch nimmt.“ (Seite 8)

mach es anders: beschäftige dich mit deinem Müll in dir. schau hin und beginn in Schritt für Schritt abzutragen. mir hilft dabei die Achtsamkeitsmeditation. Setzte dich dafür einfach aufrecht hin und beobachte was jetzt gerade in deinem Geist abgeht und versuche dich immer wieder auf deinen Atem zu konzentrieren. So schaffst du Platz und Raum für deinen inneren Müll. Er zeigt sich dann ganz von selbst.

Heute gibt es eine Geschichte von Heinrich Böll

(im brennstoff auf Seite 19 zu lesen)

hier kannst du dir die Kurzgeschichte anhören:

oder du schaust dir einen Kurzfilm von der Geschichte an:

was wirst du jetzt anders machen?

Der neue brennstoff ist letzte Woche in meine Wohnung geflogen und das Thema ist ‘Arbeit‘.Der brennstoff inspiriert mich und bestärkt mich im anders machen. Deswegen gibt es jetzt 3 Teile die vielleicht auch für dich als brennstoff dienen. Hier Teil 1:

Artikel „Sklaverei, die“ von Ursula Baatz. Ein Auszug:

„Ein sogenannter „guter Job“ muss ‘produktiv‘ sein, also in irgendeiner Weise etwas produzieren, das ‘auf dem Markt‘ in Geld umsetzbar und profitbringend ist. Diese Optik ist freilich schief – denn es fällt aus dem Begriff ‘Arbeit für Profit‘ ziemlich alles heraus, was das Leben lebenswert macht, aber eben auch mit Mühen verbunden sein kann: kochen und essen, mit der alten Nachbarin plaudern; mit Freunden ein Fest organisieren; den Rasen mähen; mit den Kindern spielen und auch mal den Popo auswischen… – oder auch die alte Oma pflegen, sich um die Unterbringung von Flüchtlingen kümmern, sich an politischen Debatten beteiligen usw. Mit anderen Worten: alles, was Reproduktion und der Sorge füreinander dient, ist auch Arbeit, und davon gibt es genug. Hannah Arendts Diagnose, dass der Arbeitsgesellschaft die Arbeit auszugehen droht, trifft nicht zu. Doch es ist an der Zeit, die Definition von Arbeit zu verändern.“ (Seite 13)

Huhki Henri Quelcum bringt eine Studie aus Deutschland von Prof.Dr.Dr. Wolfgang Berger:

„Die meisten Menschen verdienen ihr Geld mit einer Tätigkeit, die sie hassen. Mitarbeiter, die das Unternehmen, in dem sie arbeiten, am liebsten „ermorden“ würden, sind kein Einzelfall. Nach einer Gallup-Studie sind 18% der Mitarbeiter deutscher Unternehmen hoch motiviert, 69% tun täglich acht Stunden ihre Pflicht, aber nicht mehr, 18% sind unmotiviert und lustlos – wir können auch sagen destruktiv. Susanne Reinka hat ermittelt, dass 90% der Mitarbeiter nichts von ihrem Chef halten und 50 % sich sogar für ihn schämen. nach dem ‘Gute-Arbeit-Index‘ des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist jeder dritte Beschäftigte mit den Bedingungen, unter denen er sein Geld verdient unzufrieden und nur jeder achte zufrieden.“ (Seite 16)

deswegen mach es anders und vieleicht hilf auch dir der Satz von Huhki Henri Quelcum:

„WOFÜR ICH LEBE, DAVON WILL ICH LEBEN!“

Setze mit deiner Arbeit ein Zeichen! Wenn du für ein Unternehmen arbeitest, dass keine gute Philosophie/Werte hat, dann unterstützt du mit deiner Arbeit dieses System. Setze ein Zeichen und gehe der Arbeit nach, die Gutes tut.

 

Der brennstoff ist gratis, aber nicht umsonst. Darum bitten wir Sie um Hilfe. Mit einem Jahres-FörderABO können Sie den brennstoff leben und unsere Möglich keiten wachsen lassen. Willkommen im Club der brennstoff-Freundinnen und -Freunde! Wir schicken Ihnen 4 mal im Jahr den brennstoff.

Dank des Blogs KarmaKonsum bin ich zu einer Artedoku gekommen, bei der es um die nachhaltige Stadtentwicklung in Portland USA geht (die machen es konsequent auch anders):

auf ARTE anschauen

mach es anders: Fahr mit dem Fahrrad!

Die machens anders: Dank des Blogs „Für eine bessere Welt“ bin ich auf das Buch „TU WAS! 77 Tipps für eine bessere Welt“ gestoßen.

Auf der Greenpeace-Magazin-Seite kannst du dir alle Tipps anschauen.

Hier kannst du das Buch bestellen.

Thomas Stix welcher seit seiner Geburt mit Spinaler Muskelatrophie lebt. schreibt über den Film „Ziemlich beste Freunde“ :

 

„Ich bin ja immer skeptisch, wenn ich von einem Film höre, bei dem das Thema Behinderung eine Rolle spielt. Vergangenen Freitag habe ich den Streifen „Ziemlich beste Freunde“, eine französische Produktion aus 2011, im Kino gesehen. Das Thema Behinderung spielt dabei eine zentrale Nebenrolle, so möchte ich das mal ausdrücken, und das ist toll daran. Die Behinderung ist immer da, aber es geht bei diesem Film um …“ Lese weiter!

 

mach es anders: schau dir den Film an und was machst/denkst/fühlst du jetzt anders?

 

„Noch immer stellen zu wenige Unternehmen in Österreich Menschen mit Behinderung ein. Noch immer trauen sich Menschen mit Behinderung sich nicht in der Privatwirtschaft zu bewerben…

Sie machen es anders: …die Initiative CEOs on Wheels spannt österreichische Topmanager mit Menschen im Rollstuhl zusammen.“

Das Kürzel F13 steht für einen Aktions- und Feiertag für Menschen, denen mangels Konsumkraft der öffentliche Raum entzogen wird oder die gesellschaftliche Diskriminierung erfahren.

Erfahre mehr!


mache es anders: sei dabei am 13. Jänner 2012 zum Faschingsumzug und kauf ein T-shirt und setzte so ein Zeichen.

Wir glauben, wenn wir viel besitzen können wir Glück finden. Dieses Glück hält jedoch nur kurz an und schon braucht man das nächste materielle Stück.

Eine Geschichte dazu:

Eines Tages besuchte ein Mann einen berühmten europäischen Rabbi. Dieser ist extra per Schiff von New York nach Europa gereist. Der Rabbi lebte mitten in einer Stadt in einem großem Mietshaus unter dem Dach und der Mann fand den Meister schließlich in einem kleinem Zimmer mit einem Bett, einem Stuhl und ein paar Büchern. Der Mann hatte weit mehr erwartet. Nach der Begrüßung fragte er den Meister: „Rabbi, wo sind Ihre Sachen?“ Der Rabbi fragte zurück: „Wo sind denn die Ihren?“ „Ich bin nur auf der Durchreise.“ antwortete der Mann und der Rabbi entgegnete „ich auch.“ (aus Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens)

Freude, Glück und Weisheit finden wir nicht durch Besitz, sondern durch die Fähigkeit uns zu öffnen, tief zu lieben und unbefangen und frei durch das Leben zu gehen.

mach es anders: Schau mal was du alles in deiner Wohnung hast, in deinem Zimmer, bei deinen Eltern, bei Freunden, vor der Tür, im Garten, im Keller, Im Abstellraum,… Trenne dich von so vielen Dingen wie es für dich jetzt möglich ist. Schenk es her an jemanden der es brauchen könnte.

zB.

Ute Bock, die sucht immer wieder Sachen. (Weiter unten stehen Sachspenden)

Obdachlose brauchen Kleidung: räum deinen Kasten aus und bringe es in die Gruft oder Ute Bock


Foto von Shaohui

War gestern bei einem Vortrag von Bhante Seelawansa in der Theravada Schule am Fleischmarkt zum Thema :

Das Alte abstreifen, dem Neuen Platz gewähren. Glück und Zufriedenheit durch das Loslassen

Wir haften an vielen Sachen an. An Erfahrungen in der Vergangenheit, an materiellen Dingen, an Gedanken, Gefühlen, usw. Dieses Anhaften erzeugt Unzufriedenheit, weil wir es anders haben wollen als wie es ist. Wir wollen es so haben wie wir es uns vorstellen.

Das Leben ist jedoch so wie es ist. Wenn wir loslassen von alten Sachen und Vorstellungen wie was zu sein hat, dann können wir mit dem Zufrieden sein, wie es jetzt gerade ist.

Wir können nur im Hier und Jetzt Glück und Zufriedenheit erfahren und durch Meditation können wir uns darin üben im gegenwärtigen Moment zu sein.

mach es anders: Nimm dir jeden Tag 5-10 Minuten Zeit (in der U-Bahn, nach dem Aufwachen, vor dem Essen, auf deinem Meditationsplatz…) und konzentriere dich auf deinem Atem. Beobachte was gerade ist. Bemerkst du das viele Gedanken da sind? Die meisten davon sich auf die Vergangenheit und die Zukunft beziehen? Das was in diesem Moment ist, ist der Atem. Übe dich darin bei deinem Atem zu sein und du wirst nach und nach mehr im Jetzt ankommen.

Ja und wenn ich gerade ein Buch empfohlen hab.

wie oft kaufst du Bücher, CDs usw. bei Amazon, Morawa, Thalia? Großunternehmen.

Wir fördern das System: einige haben viel Geld und viele andere haben wenig Geld.

mach es anders: kaufe Sachen in kleinen Läden. Zum Beispiel kannst du buddhistische Literatur beim Oktopus kaufen.

Octopus Buchhandlung

Fleischmarkt 16
1010 Wien, Österreich
Tel. (+43 1) 512 71 46

Dort gehe ich jetzt hin und kaufe mir von Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens.

Ajahn Brahm ist ein buddhistischer Mönch.

Er erzählt (und schreibt) gerne Geschichten. Eine möchte ich euch vorstellen, bei der es darum geht, wie oft wir auf unsere Fehler schauen und unsere guten Seiten kaum sehen.

Perfektion und Schuldgefühle: Zwei mangelhafte Backsteine

Von Ajahn Brahm

(von der der Homepage Rubenbauer)

Nachdem wir 1983 Land für unser Kloster gekauft hatten, waren wir völlig pleite und steckten bis zum Hals in Schulden. Auf dem Grundstück selbst stand kein einziges Haus, nicht einmal ein Schuppen. In jenen ersten Wochen schliefen wir auf alten Türen, die wir billig auf dem Schuttabladeplatz erstanden hatten.

Mit untergelegten Backsteinen wurden diese Türen zu Betten, wobei wir als Mönche eines Waldklosters natürlich auf Matratzen verzichteten.

Der Abt schlief auf der Tür, die am besten erhalten war und über eine angenehm glatte Oberfläche verfügte. Meine hingegen war geriffelt und wies überdies noch ein beachtliches Loch in der Mitte auf, nämlich an jener Stelle, wo einst der Türknauf gesessen hatte. Ich war zwar froh, dass der Knauf überhaupt entfernt worden war, aber nun befand sich mitten auf meiner Schlafunterlage ein Loch. Ich machte Witze darüber, dass ich nicht einmal mehr zum Austreten würde aufstehen müssen, aber zum Lachen war mir eigentlich nicht zumute, denn kalter Wind pfiff nachts durch dieses Loch. In jener Zeit schlief ich sehr schlecht.

Wir waren arme Mönche, aber wir brauchten ein Dach über dem Kopf. Bauarbeiter konnten wir uns nicht leisten – schon die Kosten für das Material waren ja kaum aufzubringen! Also musste ich das Bauen von Grund auf erlernen: wie man ein Fundament legt, betoniert, mauert, ein Dach zimmert und sanitäre Einrichtungen einbaut, eben alles, was zum Bau gehört.

Mein bürgerliches Leben als Physiker und Lehrer hatte mich nicht darauf vorbereitet, mit den Händen zu arbeiten. Doch im Verlauf einiger weniger Jahre wurde ich zu einem recht geschickten Bauarbeiter und nannte mein Team schon bald BBC (Buddhistische Bau Company). Der Anfang war allerdings außerorodentlich mühsam.

Dem Außenstehenden mag Maurerarbeit leicht erscheinen: Man pappt etwas Mörtel auf den Stein, setzt ihn an seine Stelle und klopft ihn ein bisschen fest. Wenn ich aber leicht auf eine Ecke schlug, um eine ebene Oberfläche zu erhalten, stieg eine andere Ecke nach oben. Kaum hatte ich diese auch festgeklopft, tanzte auf einmal der ganze Stein aus der Reihe. Behutsam brachte ich in ihn also wieder in die richtige Position, um gleich danach festzustellen, dass die erste Ecke schon wieder hochragte. Es war zum Verzweifeln. Wenn Sie mir nicht glauben, versuchen Sie’s doch selbst einmal!

Als Mönch verfügte ich über so viel Geduld und Zeit, wie ich brauchte. Ich gab mir also große Mühe, jeden Backstein perfekt einzupassen, ganz gleich, wie viel Zeit ich dafür benötigte. Und irgendwann war die erste Backsteinmauer meines Lebens fertig gestellt. Voller Stolz trat ich einen Schritt zurück, um mein Werk zu begutachten. Erst da fiel mir auf – das durfte doch nicht wahr sein! -, dass zwei Backsteine das Regelmaß störten. Alle anderen Steine waren ordentlich zusammengesetzt worden, aber diese zwei saßen ganz schief in der Mauer. Ein grauenvoller Anblick! Zwei Steine hatten mir die ganze Mauer versaut.

Der Zementmörtel war inzwischen fest geworden. Also konnte ich diese Steine nicht einfach herausziehen und ersetzen. Ich ging zu meinem Abt und fragte, ob ich die Mauer niederreißen oder in die Luft jagen und neu anfangen dürfte. »Nein«, erwiderte der Abt, »die Mauer bleibt so stehen, wie sie ist.«

Als ich die ersten Besucher durch unser neues Kloster führte, vermied ich es stets, mit ihnen an dieser Mauer vorbeizugehen. Ich hasste den Gedanken, dass jemand dieses Stümperwerk sehen könnte. Etwa drei oder vier Monate später wanderte ich mit einem Gast über unser Terrain. Plötzlich fiel sein Blick auf meine Schandmauer.

»Das ist aber eine schöne Mauer«, bemerkte er wie nebenbei.

»Sir, erwiderte ich überrascht, »haben Sie etwa Ihre Brille im Auto vergessen? Oder einen Sehfehler? Fallen Ihnen denn die zwei schief eingesetzten Backsteine nicht auf, die die ganze Mauer verschandeln?«

Seine nächsten Worte veränderten meine Einstellung zur Mauer, zu mir selbst und zu vielen Aspekten des Lebens.

»Ja«, sagte er. »Ich sehe die beiden mangelhaft ausgerichteten Backsteine. Aber ich sehe auch 998 gut eingesetzte Steine.«

Ich war überwältigt. Zum ersten Mal seit drei Monaten sah ich neben den beiden mangelhaften Steinen auch andere Backsteine. Oberhalb und unterhalb der schiefen Steine, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten befanden sich perfekte Steine, ganz gerade eingesetzt. Ihre Zahl überwog die der schlechten Steine bei weitem.

Bis dahin hatte ich mich ausschließlich auf meine beiden Fehler konzentriert und war allem anderen gegenüber blind gewesen. Deshalb konnte ich den Anblick der Mauer nicht ertragen und wollte ihn anderen Menschen auch nicht zumuten. Deshalb hatte ich das Werk vernichten wollen. Doch als ich jetzt die ordentlichen Backsteine betrachtete, schien die Mauer überhaupt nicht mehr grauenvoll auszusehen. Der Besucher hatte schon Recht: Es war wirklich eine sehr schöne Mauer. Jetzt, zwanzig Jahre später, steht sie immer noch, und inzwischen habe ich längst vergessen, an welcher Stelle die mangelhaften Backsteine stecken. Ich kann sie mittlerweile tatsächlich nicht mehr sehen.

Viele Menschen beenden eine Beziehung oder reichen die Scheidung ein, weil sie bei ihrem Partner nichts anderes mehr sehen als »zwei mangelhafte Steine«. Viele leiden an Depressionen, und manche hegen sogar Selbstmordgedanken, weil sie nichts anderes als »zwei mangelhafte Steine« in sich erkennen können. In Wahrheit gibt es jede Menge guter Steine, perfekter Steine – oberhalb und unterhalb unserer Fehler, zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten – aber manchmal können wir sie einfach nicht sehen. Stattdessen konzentriert sich unser Blick ausschließlich auf die Fehler. Wir schauen nur auf den Makel und überlegen, wie wir ihn entfernen können. Und leider vernichten wir auf diese Weise so manche »schöne Mauer«.

Jeder von uns hat zwei mangelhafte Steine, aber die perfekten Steine sind so viel zahlreicher. Haben wir dies erst einmal erkannt, sieht die Welt schon viel besser aus. Wir können dann nicht nur mit uns selbst und unseren Fehlern in Frieden leben, sondern auch das Zusammensein mit einem Partner genießen. Das ist eine schlechte Nachricht für Scheidungsanwälte, aber eine gute für Sie!

Ich erzähle diese Anekdote oft. Irgendwann einmal sprach mich ein Baumeister darauf an und verriet mir ein Berufsgeheimnis.

»Wir machen bei der Arbeit immer wieder mal Fehler«, sagte er, »aber unseren Kunden erklären wir, dass es sich dabei um “eine besondere Eigenheit” handelt, wodurch sich dieses Haus von den anderen in der Nachbarschaft unterscheidet. Und dafür berechnen wir dann ein paar tausend Dollar extra!«

Manche »besondere Eigenheit« an Ihrem Haus galt wahrscheinlich auch ursprünglich als Fehler. Doch was Sie in sich selbst, an Ihrem Partner oder überhaupt am Dasein als Makel betrachtet haben, kann sich zu einer »besonderen Eigenheit« wandeln, die Ihr Leben bereichert. Sie sollten nur endlich aufhören, sich ausschließlich auf die negativen Aspekte zu konzentrieren.

(Diese Geschichte stammt aus Ajahn Brahms wundervollem Buch Die Kuh, die weinte. Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück.)

mach es anders: sehe auch die 998 Ziegelsteine.

aus dem Buch

Eine Woche mit vielen Erkenntnissen ist um. Werde nach und nach es in den Blog einfließen lassen.

Das erste was ich mir mitgenommen hab:

Im Alltag ist Schweigen nicht so leicht. Schweigen hat keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

 

mach es anders: höre mehr zu als was du redest. Ich übe mich darin zuzuhören und wenn ich meine was sagen zu müssen, dann schau ich mal ob das was ich sagen will überhaupt gesagt werden muss. Buddha nennt es achtsames Reden.

agieren nicht reagieren! dies lässt uns selbstbestimmter leben. Wir lösen uns dabei von unseren Mustern.

Täglich Computer, Handy, Gespräche, Fernsehen,…

Hannes Offenbacher macht es anders: Nimmt sich eine Auszeit von dem Ganzem. schau mal auf www.bessergehtsimmer.at

ich mach es anders: Ich nehme mir ab heute eine Woche Auszeit im Buddhistischen Zentrum Scheibbs. Eine Woche Schweigen und Meditieren. Hast du schon mal eine Woche kein Wort gesprochen? Kann ich echt empfehlen!

Wie nimmst du dir eine Auszeit?

ehrenamtlich kostenlos aber nicht umsonst

http://www.tibet.at/

Knaller

Musik

Alkohol

Jetzt ist alles gleich wie in ein paar Stunden. Silvester ist ein Konzept was wir uns selbst geschaffen haben. Juhu, neues Jahr. Was bedeutet dies für dich? Was soll das heißen neues Jahr? es gibt genau den jetzigen Zeitpunkt alles andere existiert in unserem Geist.

ich mach es anders: sitze zu Hause und mache bei Silvester nicht mit. Sitze zu Hause und trinke in meiner ruhigen Umgebung meinen Tee. Buddha macht es anders: Betrübe deinen Geist nicht mit berauschenden Mittel. Ich trinke keinen Alkohol.

machs anders: trinke weniger Alkohol (wenn du nicht ganz darauf verzichten kannst), kaufe keine Knaller,… Was machst du?

Foto von Shaohui

Ja und so schaut es beim Spielzeug aus. Auch da spiegelt sich die Gesellschaft wieder.

machs mal anders: wenn du SpielzeugherstellerIn bist, dann schau, dass mal was anderes Produziert wird. Für alle anderen: schaut drauf was ihr kauft oder stellt selbst Spielzeug her.