Das erste Mal menstruieren – Now, I am a bloody woman too!

meineregelmeinplanet

so erlebte Bettina von www.erdbeerwoche.com den Tag an dem sie das erste Mal menstruierte:

 

Meine erste erdbeerwoche

Es war ein Freitag – ob es der 13. war kann ich mich nicht erinnern – aber ich war jedenfalls gerade 13. Wie jeden Morgen unter der Woche läutete mich der Wecker unsanft aus dem Bett und ich torkelte schlaftrunken zur Toilette, setzte mich mit halbgeschlossenen Augen und erleichterte meine Blase. Da fiel mein verschlafener Blick auf meine Unterhose und plötzlich war ich hellwach. Da war er – ganz eindeutig – ein großer roter Blutfleck! Natürlich wusste ich sofort was los war, denn als Jüngste von drei Schwestern war ich schon lange mehr als aufgeklärt und sehnte mich bereits danach, endlich auch zu bluten, so wie meine großen Schwestern, und dabei genauso erwachsen sein zu dürfen.

Now, I am a bloody woman too!

Als ich also den Blutfleck in meiner Hose entdeckte, ließ ich einen lauten Schrei nach meiner Mutter los – den Gefühlsmix aus Aufregung, Freude, Stolz und auch ein wenig Angst, was nun auf mich zukommen würde, musste ich mich jemandem teilen.

Wir haben grundsätzlich ein sehr offenes Verhältnis in unserer Familie – Nacktheit galt bei uns stets als etwas Natürliches und so wurden Badezimmertüren auch nur selten geschlossen. Als meine Mutter also meinen gellenden Schrei hörte stürzte sie ins Badezimmer. Noch bevor sie ganz bei mir war, rief ich ihr schon entgegen: „Ich hab‘ die Regel bekommen!“, woraufhin sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete und sie mich umarmte (was sich etwas schwierig gestaltete, da ich ja noch immer mit heruntergelassener Hose auf der Toilette saß) und mir gratulierte.

Meine Binde ist doch keine Rohrleitung!

Nun durfte ich endlich eine Binde aus dem Schrank meiner Schwestern stibitzen – kam jedoch schnell drauf, dass am Bindentragen nichts allzu Glamouröses dran war. Tampons waren für mich mit 13 keine Option und Biobinden kannte ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht. Also musste ich mir dieses klebrige, mit Plastik überzogene Riesending in die Unterhose stopfen und fühlte mich plötzlich in meine Windel-Kindheit zurück versetzt. Noch dazu setzten recht rasch starke Bauchkrämpfe ein. Das sollte nun also die tolle Regel sein, von der die älteren Mädchen immer hinter vorgehaltener Hand sprachen?

Erdbeerwoche: vom lästigen Übel zu einer Mission

Noch lange sollte mich die Regel auf eher negative Weise begleiten – mit unangenehmen Monatshygieneartikeln und allmonatlichen Schmerzen. Dass sich das Ganze viel später zum Positiven wenden sollte, als ich mit Mitte Zwanzig gemeinsam mit einer Freundin die erdbeerwoche gründete, um gesunde, nachhaltige Frauenhygiene für alle Mädchen und Frauen zugänglich zu machen, konnte ich damals mit 13 natürlich noch nicht ahnen. Heute lebe ich meine Regel unter dem Motto „Liebe deine erdbeerwoche“, denn es ist „deine Regel und dein Planet“ und freue mich, diese Einstellung mit vielen Frauen teilen zu können.

Bettina von www.erdbeerwoche.com
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Foto © erdbeerwoche.com

 

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