menarche

so erlebte diese Frau den Tag an dem sie das erste mal menstruierte:

 

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, jedenfalls hatte ich seit geraumer Zeit die aufklärenden Worte meiner Mutter im Ohr und eine dieser Einwegbinden immer dabei.

Als sie dann kam, die erste Blutung, war ich erstaunt: Was, das ist sie schon? Sie war nicht stark, aber es war klar, jetzt geht’s los. Ich weiß noch, wie ich an dem Tag von der Schule heimkam und eher missmutig an meiner Mutter vorbei durch die Tür trottete: „Ich hab jetzt die Regel.“ – „Na gut. Brauchst noch was?“ – „Nein.“

Meine Begeisterung hielt sich vor allem wegen der Binde in Grenzen, die ich ganz klar als Einschränkung meiner Bewegungsfreiheit empfand. Dem Sport-Faible meines Vaters und meiner älteren Geschwister folgend, trieb ich selbst auch viel Sport und wünschte mir vom ersten Tag an, Tampons zu benutzen. Ich bekam aber damals noch kein Taschengeld (und bat auch nie um welches), und so griff ich lang weiterhin zu dem, was wir im Haus hatten: Binden.

An Reaktionen meiner Umwelt, die sich speziell auf meine eigene erste Menstruation bezogen hätten, kann ich mich gar nicht erinnern. Bloß mein älterer Bruder hat sich immer schon demonstrativ vor Ekel geschüttelt, wenn im Fernsehen Werbespots für diverse Auffangprodukte liefen. Meine Eltern und meine Schwester quittierten das meist mit einem „geh sei ned so deppert“.

(anonym)

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