dasNetz: Anna Ledermüller-Sommer – Hormonyoga reguliert

hormonyoga
Anna Ledermüller-Sommer hat mir vor einem Jahr eine E-Mail geschrieben. Sie schreibt: „Voller freude habe ich dich mit dem Thema Menstruation und Meditation bei den pioneers of change entdeckt. weiblicher rhytmus statt strukturelle/maschinelle taktung – ja! alle achtung, was du als junge frau da auf die füße sellst und schon gestellt hast.“ Sie hat 2010 die Ausbildung zur Yogalehrerin für Hormonyoga bei Dinah Rodriguez gemacht. Ich hab bei ihr nachgefragt was es damit auf sich hat:

1. Liebe Anna, du bietest Hormonyoga an, was ist das und was hat es mit der Menstruation zu tun?

Das ist eine sehr junge Yogaform, die in den 1990er Jahren von der Brasilianerin Dinah Rodriguez entwickelt wurde. Mit ihrer Yoga-Übungsserie, die sie speziell für Frauen zusammen gestellt hatte, lernten diese, die Hormonproduktion in ihren Eierstöcken, der Schilddrüse, Hypophyse und in den Nebennieren zu beeinflussen.
Dazu ist prinzipiell zu sagen, dass das Hormonsystem nur eines unserer ineinander vernetzten Körpersysteme ist und dass Yoga per se günstige Auswirkungen auf diese Systeme ( Organe, Muskeln, Nerven, Lymphe, Kreislauf, Hormone …) hat.
Ich persönlich erweitere Dinahs Grundlagen immer wieder mit anderen Übungen aus dem Yoga-Übungsschatz, wenn sie gerade für meine Kursteilnehmerinnen passen. Wichtig bei dem YOGA FÜR FRAUEN, das wäre der bessere Name für Hormonyoga, ist ein sanfter, liebevoller Umgang der Frauen mit sich selbst.
Die Originalübungen des Hormonyoga sind dynamisch und verbinden Atemübungen mit Körperhaltungen und oft noch mit speziellen Mudras. Diese ganze Technik braucht dringend eine weiche, Herz-öffnende Ergänzung. Es brauchen mehr SEIN und weniger Tun. Ein YOGA FÜR FRAUEN braucht daher vor allem eine Lehrerin, die Frauen annehmend und liebevoll begleitet, wenn sie in Kontakt mit ihrer Weiblichkeit gehen. Und mit der Menstruation, die ein integraler Teil eines Frauenlebens ist, hat so etwas Annehmendes, Integrierendes, Einheits-förderndes wie YOGA einfach ALLES zu tun.


2. Was wird durch Hormonyoga beim weiblichen Zyklus unterstützt?

Durch diesen eben beschriebenen Hormonyoga – ein Yoga für Frauen mit spiritueller Grundlage – erlebt eine Frau, dass ihr Körper eine einzigartige Verkörperung eines Funkens Ewigkeit ist. So betrachtet ist er – wie auch immer beschaffen – einfach nur vollkommen. Mit dieser Grundhaltung und den entsprechenden Techniken lässt sich die ganze Palette an Weiblichkeitsthemen günstig beeinflussen: Zyklusbeschwerden wie PMS, unregelmäßige oder schmerzhafte Blutungen, unerfüllbarer Kinderwunsch und die vielfältigen Beschwerden der Wechseljahre.

Das Allerschönste daran ist, dass das jede Frau souverän und selbstverantwortlich tun kann.

3. Was hat dich veranlasst Hormonyoga Ausbildung zumachen? Wie bist du dazu gekommen?

Ich habe von einer befreundeten Yogalehrerin darüber gehört und dann Dinahs Buch „Hormonyoga für die Menopause“ gelesen. Die Aussagen Dinahs fand ich ermutigend.

Ich lebe meine Weiblichkeit gerne natürlich und tue auch gerne etwas für mein Wohlbefinden. Andere Frauen, die genauso empfinden, unterstützen zu können, war mein Ziel, als ich die Ausbildung begonnen habe. Mit dem dort Gelernten gehe ich respektvoll um und auch lebendig – es gibt keine Dogmen. Ich entwickle meine Hormonyoga Anlass-bezogen, für die Frauen, die gerade da sind und ihre aktuellen Bedürfnisse.

4. Was nimmst du für Veränderungen bei den Frauen wahr, die diese Art des Yoga praktizieren?

Ein gesteigertes körperliches Wohlbefinden und Vitalität, gepaart mit Ruhe und Gelassenheit. Hormonyoga bietet Körperübungen und auch Yoga-Nidra (geführte Tiefenentspannung), Mantren (heilsame Silben) und Pranayama (Atemübungen). So kehrt Ruhe ein und der Weg nach innen wird frei. Immer, wenn eine Frau nach innen geht, um den Kontakt zu ihrem Anteil an Ewigkeit herzustellen, wird eine umfassende Heilung möglich.

 

5. Wie erlebst du die Menstruation in unserer Gesellschaft?

Für mich persönlich ist die Zeit der Menstruation eine Zeit der Ruhebedürftigkeit. In der Stille liegt die Kraft – das gilt für nichts so sehr wie für die Menstruation. Wir Frauen erleben unsere stärkste spirituelle Kraft an den Tagen unserer Menstruation, doch nur wenn wir ihr Raum geben. Wenn wir diese Stille nicht haben, kehrt sich unsere potenzielle Kraft um und wir erleben uns als schwach, wir können im Alltag nicht funktionieren.
Wir brauchen dringend eine neue Kultur des Umgangs mit der Zeitqualität der Menstruation, nur so kann sie wieder zum Segen werden. Deswegen macht es mich auch so froh, dass du zu den Pionierinnen dieser neuen Kultur gehörst und daran mitgestaltest. Es braucht viele mutige Frauen, die diese Thematik immer wieder in die Gesellschaft tragen und die notwendige Veränderungen auch einfordern.

Vielen Dank!


anna-ledermueller-sommer

Anna Ledermüller-Sommer, 1961*, praktiziert seit 1994 Yoga. Sie machte eine mehrjährige Ausbildung bei Reinhard Scholze und legte die Prüfung zur Yogalehrerin nach den Richtlinien der Internationalen Yogalehrervereinigung in Australien ab. Seit 2010 lässt sie das Strömen und Hormonyoga in ihre Arbeit einfließen.

www.yogalehrerin.at

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