Dringlichkeit der Sichtbarkeit

sichtbarkeit

So, wie alles das lebt, bin ich dem Altern unterworfen.
So, wie alles das lebt, bin ich dem Tod unterworfen.
So, wie alles das lebt, bin ich der Krankheit unterworfen.

Diese Sätze waren gestern bei der Meditation und haben in mir dies hervorgebracht: 

Wenn ich mir diese Sätze sage, dann spüre ich eine Enge im Hals und in der Brust. Die Angst zu Sterben, die Angst vor dem Tod. Die Angst spüren, da sein lassen und nichts damit machen. Beim Körper bleiben.

Wie lange habe ich noch?

Keine von uns weiß, wie lange sie noch in ihrem Körper wohnen darf. Wir wissen nicht, was kommt. Ich kann jetzt mein Leben gestalten. Ich schiebe es oft zur Seite, will nichts davon wissen, doch es ist eine Tatsache, dass die Zeit hier begrenzt ist.

Worauf warten mit meiner Sichtbarkeit?

Also worauf wartest du noch, Kathrin? Warum nicht jetzt anfangen und die Muster durchschauen? Jetzt die nächsten Schritte setzen, um sichtbar zu werden. Jetzt hinspüren und verstehen, was mich hindert, mich zu zeigen. Meine Prägungen erspüren, erforschen und sie bewußt haben, damit ich etwas ändern kann.

Behutsam damit umgehen

Auch wenn mir durch das Bewusstsein von Alter und Tod die Dringlichkeit der Sichtbarkeit gegeben ist, so gibt es Gründe, warum ich mich nicht zeige, mich nicht sichtbar mache. Diese Gründe ernst nehmen. Raum geben.
Die Angst, Scham und Ohnmacht spüren und so weit zulassen, wie ich es jetzt gut tragen kann.

Die Dringlichkeit der Sichtbarkeit hat im Angesicht des Todes Platz in meinem Leben gefunden.

2 thoughts on “Dringlichkeit der Sichtbarkeit

  1. Passende Zeilen zu dieser Zeit. Danke dafür!

    Was ich gerne dazu teilen will:

    Sich mit dem Tod zu beschäftigen heißt den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren und als Teil dieser Akzeptanz zu erkennen, dass es keinen Verlust und keine Verschwendung gibt, nur Veränderung.
    Das ist das Prinzip der Natur.
    In diesem Vertrauen die Angst vor dem Tod wahrnehmen, welche Angst ist es wirklich?
    Verlust? Versagen? Wertlosigkeit?

    Wir müssen in unserem Leben nichts leisten, das Leben schafft durch uns alles was notwendig und möglich ist.

    Sich zeigen ist wichtig für uns Menschen. Die eigene Vergänglichkeit muss ich aber davon entkoppeln. Vielmehr ist meine Motivation mein Bestmögliches zu tun und gleichzeitig vielleicht zu erkennen, dass ich noch nicht für alles bereit bin.

    Alles Liebe Julia

  2. „…das Leben schafft durch uns alles was notwendig und möglich ist.“
    Als ich begonnen habe, mich intensiv mit dem Tod zu beschäftigen, kam ich bald zum Schluss, dass es dem Leben Selbst ganz wurscht ist, was ich tue. Wenn ich meinen Beitrag zur Erhaltung des Lebens leiste, dann gehöre ich zu denen, die sich vom Leben in den Dienst nehmen lassen. Die Belohnung dafür ist, selbst zu einer Lebensquelle werden zu können, zum erschaffenden Prinzip des Ewigen Lebens Selbst.
    Ich hatte sehr jung diesen Lebens-Dienst geleistet und mit 26 schon meine beiden ersten Kinder geboren. Bei der Geburt meines dritten Kindes war ich 32. Dann hatte ich noch genug Zeit zum Aufziehen der Brut, was keine biologische Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit ist. Biologisch betrachtet war diese Zeit jedenfalls dem Leben Selbst nützliche Luxuszeit.
    Seit ein paar Jahren sind alle ausgezogen und ich lebe das biologische Luxus-Leben der älteren Frauen.
    Einer Frau der heutigen Zeit, die sich mit ihren Möglichkeiten in einen reichen Land in Mitteleuropa natürlich fragt, ob das schon alles gewesen sein soll.
    Und das war es natürlich auch nie, denn da war sehr viel anderes Leben um die Kinderthematik herum und auch einen Beruf gab es viele Jahre lang. Ich bekomme nun eine Pension ausbezahlt.
    Jetzt habe ich die Möglichkeit, andere, neue Spiele zu spielen, mein Ego freut sich drauf. Und ich habe auch ausreichend Zeit, mich mit meinem ewigen Anteil in mir zu verbinden – und einfach nur zu SEIN statt zu TUN, obwohl das TUN noch immer sehr sehr wichtig für mich ist. Ob das schon ein Training für das einfach-nur-mehr-SEIN im Tode ist, ich weiß es nicht.
    (Das Sichtbar-Sein ist für mich persönlich auch ein Thema. Deswegen finde ich es sehr schön und zwanglos und leicht, dass frau auch ganz frei davon sein kann.)

    Anna

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