MenstruationsBlut ist ekelig

wohltuend-menstruation

… und dann hab ich durchschaut, was da in mir abgeht: Ich lehne das MenstruationsBlut ab, ich will es nicht haben. Es ekelt mich davor, es graust mir, sie ist nicht Willkommen. Davor war ich in dem Zustand „ist mir egal“, weil ich noch keinen Zugang zu dem Gefühl Ekel hatte. Ich hätte es nicht zulassen können, weil ich noch nicht die Kompetenz hatte damit umzugehen.

Lassen wir den Ekel sprechen:

„Hallo, ich bin der Kotzbrocken. Ich bin das mit Abstand unbeliebteste Gefühl. […] Die Ekelreaktion, die ich hervorrufe, besteht darin, dass sich die Menschen von dem „Ekligen“ abwenden. Sie nehmen es nicht zu sich und suchen Abstand. […] Chronisch werde ich, wenn Menschen das Ekelerregende nicht mehr von außen kommend erleben, sondern mich gegen sich selbst richten und sich vor sich selbst bzw. ihrem Körper ekeln. Also bekämpfen sie sich selbst […] Ich werde dann zu ihrem Dauergast, weil sie diesen Kampf nie gewinnen können.“ (Baer & Frick-Baer)

Dieser Text tut mir gut, weil ich immer wieder sage „Wenn ich die Menstruation ablehne, dann lehne ich einen Teil von mir ab und kann nicht als selbstbewusste Frau leben.“ Da die Menstruation ekelig ist, nehme ich Abstand zu ihr und somit auch von mir. Doch da liegt eben das Chaos: Ich versuche etwas von mir wegzuschieben und es kommt immer wieder. So ein scheiß… das kann nicht gut gehen.

Dieser „Dauergast“ entzieht mir meine Basis, mein Selbstwertgefühl, meine Liebe zu mir selbst, … Monat für Monat

Kein Wunder das ich so lange unter PMS (Prämenstruelles Syndrom) gelitten habe. PMS war mein Ausdruck dafür, dass da was nicht stimmt. PMS war mein Ausdruck dessen, das ich meine Menstruation ablehne.

und wie löse ich den Ekel auf:

„Kaum bekannt ist, dass ich eine Rückseite habe. Diese Rückseite enthält all die biografischen Erfahrungen, die für Menschen unaushaltbar waren. […] Beschämung und andere Missachtungen […] Wenn Menschen sich mit dieser Rückseite beschäftigen, dann machen sie mich in meiner chronischen Erscheinungsform oft überflüssig. […] Doch um an meine Rückseite zu gelangen, müssen sie erst einmal in meine Nähe.“ (Baer & Frick-Baer)

Die Nähe zum Ekel und zur Scham ist mir nicht leicht gefallen. Über das Schamgefühl und Das Beschämt werden hab ich schon geschrieben. Die Beschämung macht Menschen fertig. Ich wurde verachtet, weil ich monatlich Blute. Dies ist durch die Sprache passiert, denn „Sprache schafft Wirklichkeit“. Und ich höre die abfälligen Bemerkungen: „die Zickt so herum,  die hat sicher ihre Tage.“

 

Eine andere Welt ist möglich!!!

Ich hab mir überlegt was denn eigentlich das Gegenteil von Ekel ist und hab mir im Netz weitergelholfen:

erfreulich
anziehend
willkommen
wohltuend
wohlriechend
sympathisch

Also wenn ich mir jetzt denke das die Menstruation etwas erfreuliches, willkommendes und wohltuendes geschweigen denn anziehend ist, dann sag ich da ganz klar nein, dass sind nicht die Gefühle die ich damit verbunden habe und immer noch nicht ganz verbinde.

Sind MenstruationsSchmerzen wohltutend? Was ist wohltuend an der Menstruation?

Sie ist erfreulich? also freude verspüre ich keine da fallen mir mehr die setzte ein „Die ist mühsam und besser sie ist nicht da.“

 

somit stell dir mal vor wenn Frauen sich erzählen:

„Ich freu mich schon so auf meine Menstruation.“

„Ich finde das MenstruationsBlut anziehend.“

„Ich heiße meine blutenden Tage willkommen.“

„Es ist so wohltuend, dass ich spüre, dass das Blut aus mir herausrinnt.“

„Ich hab jetzt auch die Regel, ich fühle mich so selbstbewusst als Frau.“

 

Ich fang bei mir an und versuche eine neue Wirklichkeit durch meinen täglichen Sprachgebrauch zu erschaffen.

 

 

Buch: Udo Baer & Gabriele Frick-Baer (2003): “Das ABC der Gefühle”
Foto: © [By by stockimages] at FreeDigitalPhotos.net

 

1 Antwort
  1. Julia
    Julia sagte:

    Jetzt hast du mich zum Nachdenken gebracht. Was finde ich gut an meiner Menstruation?

    Ich liebe diese Qualität der Bewegung, die die Menstruation in mein Leben bringt. Ich fühle mich anders, vor allem vor der monatlichen Blutung. Klar ist das nicht immer gut, was gegenwärtig als PMS bezeichnet wird, aber alleine dieses anders fühlen ist für mich so spannend. Das bringt Bewegung rein. Aus Verwirrung wird Klarheit. Aus Weinen wird Loslassen. Aus Müde wird Wachsam. Aus Ruhe wird Kraft. Aus der Anstrengung wird Stolz. Und das jedes Monat.

    Alles Liebe Julia

    Antworten

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