MenstruationsTabu – Redeverbot

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Von klein auf lernen wir Frauen, dass wir über die Menstruation nicht reden sollen. Sie soll diskret und unsichtbar ablaufen. Was für eine Herausforderung für mich in der Schule ein Tampon vom Rucksack in meine Hosentasche zu stecken und was ist, wenn ich gar keine Tasche habe? Dann habe ich es in meine Hand genommen und gehofft, dass es niemand sieht. Den Austausch mit anderen Frauen … vielleicht noch mit der besten Freundin, wie sie damit umgeht…


Redeverbot ist gut gelernt!

Das um und auf des MenstruationsTabus ist für mich das Redeverbot. Mir wurde das nie gesagt, dass ich drüber nicht reden darf und doch bekommen wir es ja von den anderen Frauen mit wie sie damit umgehen, eben auf nonverbaler Ebene. Ich kenne kaum Gespräche über die Menstruation bei erwachsenen Frauen.

 

“Ein Tabu wird in unserem Sprachgebrauch verstanden als „ein ungeschriebenes Gesetz, das aufgrund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft verbietet, bestimmte Dinge zu tun“ […] Ulla Günther ist der Auffassung, daß man seit den 60er Jahren ein Tabu umgangssprachlich nur als etwas definiert, von dem in der Öffentlichkeit nicht gesprochen werden darf.” (SCHMIDT, S.4)

 

Worüber denn sprechen?

Dann stellt sich nämlich die nächste Frage, wenn ich drüber sprechen würde, worüber soll ich denn sprechen? Wir kennen keine Dialoge über die Menstruation und deswegen fehlt auch jeglicher Anhaltspunkt. Und da ist auch noch die Angst vor der Reaktion der anderen. „Mach doch nicht so ein Thema draus.“ Die Angst von anderen abgelehnt und ausgegrenzt zu werden.

 

Wie geht es mir mit dem Redeverbot?

Ich hab mich jahrelang (ich glaub es waren so 12 Jahre) daran gehalten, weil ich kein Bedürfnis hatte drüber zu reden. Woher auch? Nichts in mir wollte an dem wie es ist verändern. Bis dann mein Körper begonnen hat zu reagieren. Durch Angst- und Panikattacken, ständige Blasenentzündungen und Vaginainfektionen. Diese Reaktionen meines Körpers haben mit unterschiedlichen Faktoren zu tun und eins davon ist das Schweigen und das Alleine sein mit der Menstruation. Wo sind die anderen Frauen? Wie geht es ihnen? Darf ich meine Geschichten, Ängste und Bedürfnisse teilen? Wo sind die weiblichen Vorbilder? Ich begann mich auf die Suche zu machen und hab geschützte Räume gefunden, wo ich wusste, wenn ich beginne darüber zu reden, dann werde ich angenommen und es wird mir zugehört.

Räume die ich dieses Jahr für dich anbiete sind:

die MenstruationNetzwerk-Treffen

das MenstruationsSymposium

in Verbundenheit

Kathrin


Literatur dazu:

Brodil,L. , Pröll,G. & Reiter,A. (2006): Die Menstruation – Wesentliches Element des Frauseins oder abzuschaffendes Übel? Bedingungen und Maßnahmen für eine positive Integration der Menstruation in die Identität als Frau. KulturSoziologieWerkstatt.

Reuße, C. & Holler, M. (1988): Menstruation. Eine Begegnung mit uns selbst. Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Schmidt, Alexandra (1999): Das Phänomen Tabu erklärt am Film „Das Fest“. unveröffentliche Dipl.arbeit

 


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