„Wo Menschen ihre größte Verletzung haben,
haben sie die größte Fähigkeiten und Begabungen entwickelt.“

Thomas Andreas Beck

Diese Aussage hat mich wieder inspiriert mich zu fragen und es einmal niederzuschreiben, warum ich das mache, was ich eben mache. Es hat sich in den letzten 3 Jahren entwickelt. Hier meine Geschichte zur Menstruation:

Wie alles begann – kleiner Mann vs. Mädl

Ich meine alles hat damit angefangen, dass ich sehr sehr lange ein Bub und später ein Mann sein wollte. Das hat auch seinen Grund. Männer/Buben wurden anders behandelt als Mädchen. Das ist mir später in der Sprache sehr aufgefallen. Ein Beispiel: „na kleiner Mann, wohin gehen wir?“ den Satz für ein Mädchen lautet so „na Mädl wo gehst denn hin? oder hast du schon mal gehört „na kleine Frau, wo gehst denn hin?“

In dem Wort Mädl hab ich immer wieder dieses klein machen gespürt. Ich durfte/konnte so nicht Selbstbewusst werden. Mädchen haben Lieb, Nett und Angepasst zu sein. Und genau mit dem Anpassen ist mir irgendwann der Kragen geplatzt. Oder eigentlich hat sich eine Angst und Panik in mir ausgebreitet gegen die ich Ohnmächtig war.

Ich wusste nicht warum. Ich konnte ein halbes Jahr nicht außer Haus gehen. Hab 8 Jahre lang Psychotherapie gemacht. Und  hab vieles Aufgrund von Angst und Panik nicht machen können, was ich machen wollte.

Warum das alles so war hat verschiedene Gründe. Auf einen will ich hier eingehen: meine größte Verletzung im Bezug auf mein Frau-sein.

Und wann werde ich zur Frau?

Eigentlich wusste ich nie, wann ich denn endlich zur Frau werde… und wenn ich dann höre, dass auch noch 50 Jährige Frauen als Mädchen bezeichnet werden, ja dann wundert mich das nicht.

Ich konnte mich als Frau nicht zeigen. Hatte Angst gesehen zu werden, zu viel falsch zu machen. Und ich habs mir nicht leicht gemacht aber ich konnte mich den Stöckelschuhen und der Schminke nicht anpassen. Vieles in mir hat sich gewehrt. Bis ich Brüste bekommen habe, war alles nicht so schwer, denn da konnte ich mich ganz gut als Bursch tarnen (meinte ich zumindestens). Und wie die Brüste dann da waren, da hab ich versucht die engsten BHs anzuziehen und die weitersten T-Shirt. Ich hab mich für mich geschämt.

Diese Beschämung passiert in unserer Gesellschaft als Frau. Durch die Sprache. lese dazu den Artikel: Schamgefühl – wo kommt es her?

Und nun schließt sich der Kreis. Durch meine MenstruationsArbeit stelle ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen anderen zur Verfügung, damit wir Frauen Frauen sein können.

Warum gerade die Menstruation mein Spezialgebiet ist?

Das Thema hat sich entwickelt. Begonnen hab ich bei bei mir selbst, lese dazu den Beitrag weg von Pille und Tampon und der freie MenstruationsFluss. Bin neue Wege gegangen und bin immer mehr drauf gekommen, dass die Menstruation in unserer Gesellschaft irgendwie komisch behandelt wird. Ich hab mich auf die Suche gemacht warum das alles so ist wie es ist.

Die Menstruation ist ein Teil meines Frau-seins und ist eben mein Weg um zu meinem individuellem Frau-sein zu finden. Die Menstruation ist sowas „Handfestes“ und in der Auseinandersetzung mit ihr passiert eine Veränderung in mir.

Sie ist zu meinem Spezialgebiet geworden, auch weil sie ein Tabuthema ist und ich gerade hier den Mut habe darüber zu reden. Meine Forschungsreise mit mir, dem Frau-sein und der Menstruation ist jetzt so lange, dass ich mich Sicher fühle darüber zu reden.

Und beim letzten MenstruationsMeetup ist mir wieder aufgefallen, dass wenn ich Frauen zum Thema Menstruation zusammenbringen, dass dann etwas in mir ruhig und freudig wird. Mein Herz geht auf und ich fühle mich Sicher in dem was ich tue.

in Verbundenheit

Kathrin

Foto @ Familie Sieder, zu sehen Kathrin Sieder mit 14

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