Meine Sehnsucht sichtbar zu sein kommt immer wieder. Schicht für Schicht werden Prägungen abgetragen, damit ich mich ganz so zeigen kann wie ich wirklich bin. Das ich den Mut habe, die zu sein die ich bin. Das ich erkenn kann wie ich bin und was ich zu geben habe. Ich habe für mich 5 Hindernisse herausgefiltet die ich mit dir teilen will:

1. Ich kannst das eh nicht

Hindernis Nummer eins ist der Satz „Ich kann das nicht. Ich kann das nicht, andere können das besser.“ Stark habe ich das gemerkt wie ich begonnen habe Webseiten zu machen. Wie der Zweifel an mir selbst genagt hat, ob ich das auch wirklich kann. Der Vergleich mit anderen unterstützt den Zweifle dann auch noch gut. Auch wie ich begonnen habe Krafttiere zu zeichnen habe ich mir einige Monate lang erzählt das ich das nicht kann.

2. Es muss perfekt sein

Sichtbar fühle ich mich wenn ich nach außen trete und mich zeige. Doch ich behalte es lieber lange für mich. Denn es ist noch nicht gut genug. Das bemerke ich immer wieder bei meinen eigenen Blogartikeln. Ich habe viele Texte die ich nicht veröffentlich habe, weil ich sie doch noch mal überarbeiten muss. „So kann sie doch niemand lesen!“ Kommt es dann in mir. Und was passiert da? Ich veröffentliche sie nie, weil sie nie gut genug sind. Dieses Drang nach Perfektion, die man nie erreicht. Wo ich nie zufrieden bin mit dem wa sich erschaffe. 

3. Lieb und nett sein

Nummer drei meiner Freundinnen ist das gut erlernte „Mädchen/Frauen Syndrom“ lieb und nett zu sein. Ich kann ja lieb und nett sein, doch wenn alles anderen dadurch keinen Raum bekommt und ich immer lieb und nett bin, dann geht da die Sichtbarkeit drauf. Ich zeige mich dann nicht so wie ich bin. Ich zeige dann eine Fassade. Ich merke das, wenn ich mit anderen bin. Zuerst noch war ich wütend und wild, weil mich etwas bewegt und dann, wenn ich andere treffe, werde ich lieb und nett. Doch was bei mir dann entstand, ist Unsicherheit. Weil ich in diesem Liebe-Nette-Korsett ersticke. Aus Angst vor Ablehnung, konnte ich mich nicht so zeigen wie ich bin. Ich verlor meinen Handlungsspielraum und das löste Unsicherheit aus.

4. Es anderen recht machen

Die gute Schwester von „lieb und Nett sein“ ist das „es anderen recht machen“. Ich habe es gut gelernt andere zu „lesen“ und dann zu interpretieren wie ich es ihnen recht machen kann, vielleicht um gemocht zu werden. Aber wo bleibe ich bei diesem Gesellschaftsspiel? Ich habe dadurch jedoch den Bezug zu mir selbst verloren. Meine innere Stimme, die mir sagt wer ich bin und was ich kann. Wie soll ich mich dann zeigen? Wie sichtbar sein? Wenn ich gar nicht weiß, wie ich bin, wenn ich mich immer nach anderen orientiere. Ich habe das Vertrauen in mich selbst verloren, weil ich nicht nach mir gehandelt habe. Meine Fähigkeiten bekamen keinen Platz.

5. Sich selbst abwerten

Und zum Schluss kommt dann auch noch dazu, dass ich mich selbst abwerte. Das ich mein Handeln mit Aussagen wie: „Ah das war ja gar nicht so gut.“ Oder „Das hat xy für mich gemacht“ abwerte. Nicht für mich und mein Handeln einstehen. Aus Angst überheblich zu wirken. Dadurch fühle ich mich dann natürlich auch nicht sichtbar. Weil ich mich selbst unsichtbar mache. Es anderen Faktoren zuschiebe.

Als nächstes stellt sich mir die Frage, was ich selbst machen kann, damit sich diese Hindernisse wandeln.
Das erzähle ich dann im nächsten Blogartikel.

Herlzlichst

Kathrin

4 Kommentare
  1. Martin Pucher
    Martin Pucher sagte:

    Ich weiß „… als Frau“ – doch ich kann Dir aus meiner Sicht als Mann schreiben, dass das Männer genauso betrifft.
    Ich kenne diese 5 Punkte sehr gut. Zu Punkt 5 kommt noch dazu, dass man Dinge, die man sich angeeignet hat meistens als selbstverständlich und nichts Besonderes wahrnimmt – welche von anderen aber sogar bewundert werden würden, wenn wir es sichtbar machen – und da kommt für mich ein sehr wichtiger Punkt: Sichtbar werden hat viel damit zu tun, dass man für sich selbst sichtbarer wird….
    Alles LIebe!

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    • Kathrin Sieder
      Kathrin Sieder sagte:

      Lieber Martin!
      Wie ich mich wieder über dein Kommentar freue. Gerade bin ich mit dem Fahrrad an einer Baustelle vorbei gefahren, wo nur Männer gearbeitet haben und mir sind genau deine Gedanken gekommen. Es geht hier nicht mehr um das Geschlecht, sondern um das sein an sich. So lange wollte ich ein Mann sein, weil ich meinte das dann alles besser und einfacher ist. Doch im Grunde sind wir Menschen und jede und jeder hat seine Herausforderungen und seine Weisheit.

      Danke das du in all den Jahren dazu beigetragen hast, dass ich mich von meinem Konzept verabschiede.
      herzlichst
      Kathrin

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  2. Sabine
    Sabine sagte:

    Liebe Kathrin!

    Danke für Deinen Blogbeitrag. Spüre viel Resonanz dazu. Gestern kam ich aus dem Urlaub zurück, 3 Wochen mit Mann und Tochter unterwegs und während dieser Zeit immer bei Freunden zu Besuch. In so einer Situation beobachte ich immer wieder, wie sehr ich mich anpasse und fast wie ein Schatten meiner selbst werde eben weil ich so genau darauf achte was die anderen jetzt gerade brauchen… Das passiert ganz automatisch vor allem dann, wenn ich mir in dieser Zeit keine Auszeit nehme und mit mir alleine bin. Ich muss da gar keinen Widerstand überwinden, es passiert von selber. Und irgendwann weiss ich eh nicht mehr was ich eigentlich selber will. Ich merke nur, dass ich irgendwie unzufrieden bin. Seit Jahren passiert mir das jetzt schon jedes Mal wenn ich mit meiner Familie auf Urlaub bin. Diesmal habe ich den Widerstand dagegen aufgegeben und mir gedacht – na gut, wurscht, ist es halt jetzt für diese Zeit so. Wenn ich wieder zu Hause bin, wird es anders sein.

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    • Kathrin Sieder
      Kathrin Sieder sagte:

      Liebe Sabine! Vielen Dank für deine Geschichte und deine offenen Worte. Gerade die Zeiten des alleine seins… echt die sind so wichtig. Bin gerade mit Großfamilie unterwegs und ich wusste heute gar nicht was ich will. Seit heute menstruiere ich auch und da brauche ich stille, um zu spüren was ich brauche. Die habe ich mir nicht genommen und bin wie ein Zombie durch die Gegend gelaufen. Ich würde echt gerne in den Momenten spüren was ich brauche, ohne dem alleine sein. Aber vielleicht bin ich so nicht… herzlichst in Verbundenheit Kathrin

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